Der am 14.01.2011 auf dem Album „Die Mathematik der Anna Depenbusch” veröffentlichte Song „Tanz mit mir (Haifischbarpolka)” von Anna Depenbusch beschreibt den schmerzhaften Prozess einer Trennung, der von anfänglicher Melancholie über die Entdeckung eines Vertrauensbruchs bis hin zur wütenden Loslösung führt. Am Anfang stehen Stille und das Bewusstsein, dass die Beziehung am Ende ist. Es besteht der Wunsch, einen letzten Moment der Illusion aufrechtzuerhalten. Ein letzter Tanz, bei dem man so tut, als sei man noch verliebt, bevor die Realität die schönen Erinnerungen einholt.
Der Text wechselt dann in die Perspektive einer Wartenden. Die Protagonistin hat sehnsüchtig am Pier auf ihren „Matrosen” gewartet und Erinnerungsstücke aufbewahrt. Doch die Heimkehr bringt kein Happy End: Der Seemann kehrt zwar zurück, hat aber nun eine andere Frau im Arm – ausgerechnet die eigene Schwester der Protagonistin. Mit der Aufdeckung dieses doppelten Verrats schlägt die Stimmung radikal um.
Die Trauer verwandelt sich in Zorn und Verachtung. Die Protagonistin schickt den Matrosen „zur Hölle“. Sie weigert sich, weitere Tränen zu vergießen. Sie entzaubert das romantische Bild des Seemanns und erkennt, dass sie eigentlich nur die Sehnsucht nach dem Meer geliebt hat, nicht den Mann selbst.
Der Song thematisiert das Ende einer Liebe durch Untreue. Er beschreibt die Entwicklung von der verzweifelten Sehnsucht hin zur bitteren Erkenntnis, dass der geliebte Mensch den Schmerz nicht wert ist.
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