Wer verliebt ist, hat keine Wahl

Der am 21.01.1993 veröffentlichte Song „Du hast die Wahl” von Element of Crime, der auf dem Album „Weißes Papier” zu finden ist, beschreibt auf humorvolle, aber auch obsessive Weise das verzweifelte Bestreben einer Person, den Sommer nicht allein verbringen zu müssen. Der Protagonist setzt alles auf eine Karte, um die Aufmerksamkeit oder Zusage einer geliebten Person zu erlangen. Dabei schreckt er auch vor drastischen Mitteln und „emotionaler Erpressung” nicht zurück (Warten an den Gleisen, ein Duell am Pool). Die Grenzen zwischen Romantik und Wahnsinn sind hier fließend.

Trotz der dramatischen Drohungen schwingt viel Ironie mit. So wird beispielsweise ein „Showdown” im Nichtschwimmerbecken angekündigt – ein Ort, der für eine lebensgefährliche Aktion denkbar ungeeignet ist. Dadurch wird die Schwere der Situation gebrochen und die Tollpatschigkeit des Verliebtseins gezeigt. Das treibende Motiv ist die Abneigung gegen einen „öden“ Sommer allein. Um den Sommer zu zweit zu verbringen, nimmt der Protagonist in Kauf, dass sein Verhalten später „peinlich“ sein könnte oder er sich lächerlich macht.

Während der Protagonist der anderen Person immer wieder sagt: „Du hast die Wahl”, stellt er im letzten Vers fest, dass er als Verliebter eigentlich keine Wahl hat – er ist seinem Gefühl und seinem Drang, die Person zu erobern, ausgeliefert. Der Text ist ein ironisches Porträt übertriebener Verliebtheit. Er zeigt, wie die Angst vor Einsamkeit jemanden dazu treiben kann, sich mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit, Größenwahn und charmantem Unsinn um einen anderen Menschen zu bemühen.

https://www.deezer.com/de/track/2544698

https://music.apple.com/at/song/du-hast-die-wahl/1440925168

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Ich wische mir nur noch schnell die Spinnweben aus dem Gesicht.

Der am 19.11.2001 veröffentlichte Songtext „Warte auf mich” von Element of Crime beschreibt die Vorbereitung und den Aufbruch eines lyrischen Ichs aus einem geschützten Innenraum in die unsichere und dunkle Außenwelt. Dabei sehnt es sich nach einer Begleitperson. Der Text vermittelt ein Gefühl von Zögern und Isolation.

In der ersten Strophe werden die körperlichen Anstrengungen und die Notwendigkeit, sich für den Weg fertigzumachen, beschrieben. Zudem wird die Vorsicht, mit der das lyrische Ich agiert, deutlich. Die Umgebung scheint verlassen zu sein oder es ist lange her, dass das lyrische Ich den Raum verlassen hat. Der zentrale, wiederholt auftretende Refrain „Draußen ist es zu dunkel für einen allein” drückt die Angst vor Einsamkeit und Feindseligkeit der Außenwelt aus. Das lyrische Ich fleht eine andere Person an, auf es zu warten und es nicht allein zu lassen.

In der zweiten Strophe wird deutlich, dass die Begleitperson bereits draußen oder voraus ist. Das lyrische Ich orientiert sich am Klang ihrer Schritte und kämpft damit, ihr zu folgen. Die Atmosphäre ist geheimnisvoll und melancholisch.

Im Kern ist es eine lyrische Darstellung von Abschied, der Überwindung von Trägheit, dem Kampf gegen Dunkelheit und Einsamkeit sowie dem starken Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Führung in einer bedrohlichen Situation.

https://music.apple.com/de/song/warte-auf-mich/1443141836